Ruinen und andere traurige Orte

Alte Bahnhöfe

Bahnhof Kirchmöser

Kirchmöser (siehe Fotogalerie unten) ist ein Ortsteil im Westen der Stadt Brandenburg an der Havel. 1914 entstand eine Pulverfabrik, 1916 wurde der noch heute bestehende Bahnhof eingeweiht. 1924 entstand ein Werk für die Instandhaltung von Lokomotiven. Im 2. Weltkrieg wurden Panzer hergestellt. Nach dem Ende des Krieges richtete die sowjetische Besatzungsmacht auf dem Gelände ein Panzerreparaturwerk ein. Parallel dazu nahm die Reichsbahn die Arbeit wieder auf. In der Halle des Panzerwerkes der Sowjetarmee wurde das Walzwerk Willi Becker eingerichtet, das 1954 Teil des Stahl- und Walzwerks Brandenburg wurde. 1952 begann das Weichenwerk Kirchmöser mit der Herstellung von Weichen für Bahnen in aller Welt. Mit der Wende folgte der wirtschaftliche Abstieg. Heute im Besitz der DB.

Bahnhof Sömmerda

Seinen Bahnanschluss erhielt Sömmerda (siehe Fotogalerie unten) 1881 an der Bahnstrecke Erfurt-Sangerhausen, die heute elektrifiziert ist. Per RegionalExpress besteht Anschluss nach Erfurt und Magdeburg. Eine zweite Eisenbahnstrecke durch Sömmerda ist die im Jahre 1874 eröffnete Pfefferminzbahn, die im Westen nach Straußfurt, im Osten nach Kölleda, Großheringen und Naumburg führt. Am Kreuzungspunkt der beiden Strecken liegt der Bahnhof Sömmerda, welcher der einzige Turmbahnhof Thüringens ist.

Sömmerda liegt am Unstrut-Radweg und am Mühlenwanderweg.

Bahnhof Wusterwitz

Wusterwitz (siehe Galerie unten) besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke von Berlin nach Magdeburg. Das Bahnhofsgebäude steht unter Denkmalschutz. Bis Anfang der 1970er Jahre begann in Wusterwitz eine weitere Bahnstrecke nach Ziesar und Görzke.

Bahnhof Wutha

Der seit 1854 bestehende Wuthaer Bahnhof (siehe Galerie unten) ist als Keilbahnhof ausgelegt. Südlich des Bahnhofsgebäudes befanden sich die Gleise nach Ruhla, auf der gegenüberliegenden Seite die der Bahnlinie Halle/Leibzig – Bebra. Heute gehts von da noch Richtung Efurt und Eisenach, doch das Bahnhofshaus ist geschlossen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Wutha

Mehr zu Bahnhöfen

 

Alte Brauereien

Die Bärenquell- Brauerei- noch ein Baumarkt?

Die 1882 gegründete „Borussia Brauerei“ (siehe Fotogalerei unten)wurde 1898 von der Schultheiss AG gekauft und stark erweitert. Nach dem Krieg wurde die Brauerei in „VEB Bärenquell“ umbenannt. Anfang der 90er Jahre wurde die Produktion eingestellt. Die Brauerei steht unter Denkmalschutz. Das Bezirksamt treibt das Verfahren für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan (XV-64-ba VE) voran. Die Firma „Bauhaus“ plant eine Realisierung von 15.500 m² sowie einen „Baustoff-Drive-in“. Weitere Flächen sind in den denkmalgeschützten Gebäuden vorgesehen. ( Quelle: http://www.sanierungsgebiet-niederschoeneweide.de/ueberblick/1_brauerei.htm)

Die Alte Patzenhofer- Brauerei (Richard- Sorge Straße)

Georg Patzenhofer (1815–1873) aus München richtete 1855 in der Otto-Braun-Straße eine kleine Brauerei für dunkles Bier ein, erweiterte die Brauerei in der Karl-Liebknecht-Straße um ein Sudhaus und eine Mälzerei sowie Kelleranlagen auf der Friedrichshöhe an der Richard- Sorge- Straße. 1871 wurde die Brauerei in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und erhielt den Namen „Actienbrauerei-Gesellschaft Friedrichshöhe vorm. Patzenhofer“ und produzierte in dem Jahr 11 000 Tonnen Bier.

Auf dem Grundstück an der Landsberger Allee entstanden zwischen 1877 bis 1896 nach Plänen der Architekten Arthur Rohmer und Alterthum & Zadek die Brauerei mit Darre und Mälzerei, neue größere Lagerkeller, ein neues Sudhaus und ein Restaurant mit Biergarten. Das Verwaltungsgebäude, das ehemalige Wohn- und Comptoirhaus, wurde im klassizistischen Stil ausgeführt und mit detailreichem Schmuck aus Terrakotta versehen. Nach der Fusion mit der Schultheiss-Brauerei zur Schultheiss-Patzenhofer AG 1920 gehörte sie zu den bedeutendsten Brauereien der Welt und besaß eine der größten Sudanlagen Europas. Die Schultheiss-Brauerei war bis 1990 in Betrieb. Danach riss man einen Großteil der Anlagen ab, 1996 wurde der 85 m hohe Schornstein gesprengt. Teile der technischen Anlagen der 1909 eingerichteten Versuchsbrauerei wurden als funktionsfähiges produktionstechnisches Zeugnis vom Deutschen Technikmuseum übernommen. Fassadenelemente wurden den benachbarten Friedhöfen übergeben. Erhalten blieben die Villa sowie die Fassaden von Sud- und Lagerhaus Ecke Richard-Sorge-Straße/ Landsberger Allee 54 , die unter Denkmalschutz stehen. Ende 2007 wurde das Areal der ehemaligen Aktienbrauerei Friedrichshöhe in Berlin-Friedrichshain an der Richard-Sorge-Straße neu bebaut (sollte erst Schultheiss-Passage werden, jetzt Wohnungen Kontor Wessel).

Mehr Fotos unten in der Galerie und bei: http://www.flickr.com/photos/stelb/sets/72157600207483531/

erhaltenes Geschäftsgebäude in Mitte

Was daraus geworden ist: Bilder der Baustelle bis Bebauung

ebenfalls in Friedrichshain, aber etwas weiter südlich: Böhmisches Brauhaus/ Pilsator

Brauerei Oranienburg

War wahrscheinlich im Besitz der Kindl- Brauerei, evtl. zurückzuführen auf Königsstadt, wurde als KZ Oranienburg genutzt, nicht zu verwechseln mit KZ Sachsenhausen auf unseren Fotos.

 

Sonstige alte Gebäude

Die alte Hundefutterfabrik an der Hauptstraße

  1862 wurde Spratt´s Hundekuchenfabrik gegründet und war bis 1972 unter diesem Namen tätig; danach bestand das Unternehmen als volkseigener Betrieb für Futtermittel, bis 1991 die Produktion gänzlich eingestellt wurde. Auf dem Gelände der alten Fabrik in Lichtenberg/ Rummelsburg befindet sich heute der Club Sisyphos. (Quelle: www.luise-berlin.de/lexikon)

Kraftwerk Klingenberg

Kraftwerk Klingenberg, Köpenicker Chaussee 42-45, Lichtenberg; 1925-26 von Waltar Klingenberg und Werner Issel
Das Kraftwerk Klingenberg (siehe Fotogalerie: Vattenfall) ist der bedeutendste Kraftwerksneubau der 1920er Jahre in Deutschland. Technisch konzipiert von dem Pionier des modernen Kraftwerksbau Georg Klingenberg, wurde es über die Grenzen Deutschlands hinaus zum Vorbild einer neuen Generation von Großkraftwerken und ging 1927 mit 270000 kW Leistung ans Netz. (Quelle: www.stadtentwicklung.berlin.de)

Zentralschlachthof Thaerstraße

Der Berliner Magistrat erwarb nach jahrelangen Diskussionen 1876 das 38,62 Hektar große Gebiet in Lichtenberg für 657.210 Mark, um darauf den Central-Vieh- und Schlachthof zu errichten. Auf der Basis Virchowscher Hygienevorstellungen und nach Entwürfen von Stadtbaurat Hermann Blankenstein begannen am 26. November 1877 die Bauarbeiten auf der Feldmark Lichtenberg zwischen Eldenaer- und Thaerstraße. Am 30. März 1878 wurde das Gelände zur Stadt Berlin eingemeindet, da ansonsten das Schlachtzwanggesetz nicht hätte angewandt werden können. Eröffnet wurde 1881, obwohl erst im April 1883 alle Gebäude fertiggestellt waren. Zeitgleich wurde ein Haltepunkt der Ringbahn eingeweiht. Die Ringbahn kreuzt hier auf zwei Stahlbrücken die Fernbahngleise.

Im westlichen Teil befanden sich der Schlachthof mit den Anlagen zur Verwertung des Schlachtgutes sowie eine Kaldaunenwäsche, eine Darmschleimerei, eine Talgschmelze, eine zur Lederfabrik Kleinlein gehörende Häute-Salzerei und -Trocknerei, eine blutverarbeitende Albuminfabrik mit Gleisanschluss. Der Viehhof war durch eine Mauer vom Schlachthof getrennt. Dort befanden sich vier große Verkaufshallen, Ställe, die beiden Verwaltungsgebäude und das Börsengebäude, das 1945 zerstört wurde. Am üstlichsten Geländeende lag der Seuchenhof.

Nördlich lag der Bahnhof zum Entladen des Viehs. Die Gesamtlänge der Gleisanlagen betrug 15,5 Kilometer; an den fünf Rampen konnten fünf Züge von je 400 Meter Länge gleichzeitig entladen werden. In einer Desinfektionsanstalt auf dem Entladebahnhof die Waggons gereinigt.

Aufgrund des gestiegenen Bedarfs entschloss sich der Magistrat 1889, das Gelände zu erweitern, und kaufte ein nordwestlich gelegenes 10,9 Hektar großes Gebiet im Nordwesten zwischen Ringbahn und Hausburgstraße bis über die Landsberger Allee. Von 1895 bis 1898 wurde der Neue Schlachthof von Baumeister August Lindemann mit Schlachthäusern, Ställen, Verwaltungsgebäuden und Kühlhäusern bebaut. Unter der Thaerstraße wurden zwei Unterführungen zur Verbindung der beiden Gelände angelegt, damit die Tiere von den Ställen zu den Schlachthäusern getrieben werden konnten.

Der heutige S-Bahnhof Storkower Straße hieß bis Mitte der 1970er Jahre Zentralviehhof und lag im Stadtbezirk Prenzlauer Berg unmittelbar an der Grenze zu Friedrichshain und Lichtenberg. Nach einem politisch durchwachsenem Jahrhundert (Krieg, DDR) wurde die Anlage entgültig sillgelegt, nach und nach abgerissen, erhalten sind ein paar Backsteingebäude (Einzelhandel), das Gerüst der Hammelauktionshalle im Blankensteinpark und das Verwaltungsgebäude von 1900 (siehe Fotogalerie).

Mehr Infos bei Wikipedia (Quelle)

Die Wessel Villa Am Sandwerder 3 (Wannsee)

1874 ließ der Partner Friedrich Wilhelm Wessel von Ernst Petzholtz diese Villa erbauen. 1911 wurde die Villa von Emil Lilie umgebaut. Paul Verhoeven, in den vierziger Jahren Intendant des Theaters am Schiffbauerdamm, wohnte in der Villa, die durch Zwangsverkäufe der jüdischen Bewohner „arisiert“ worden war. Nach 1945 baute das DRK die 17-Zimmer-Villa in ein Erholungsheim für MS-Kranke um. Später waren hier auch der Suchdienst des DRK und die Wasser-Rettungs-Wacht untergebracht. In einem Seitengebäude befand sich ein Friseursalon.  1999-2002 war im hinteren Gebäude der Internationale Japanische Schule e.V. untergebracht. Heute steht das Haus Am Sandwerder 3 leer.

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Das alte Samsungwerk

 1900   nimmt die Neue-Automobil-Gesellschaft (NAG) die Produktion in Oberschöneweide auf. 1916 errichtet Peter Behrens die Fabrikanlage an der Wilhelminenhofstraße/Ecke Ostendstraße. Die damals größte Produktion von Nutz- und Personenfahrzeugen in Berlin zieht ein. 1934 schließt die NAG. Fusion mit Büssing. 1938 gründet die AEG die Röhrenfabrik Oberspree mit Sitz im NAG-Gebäude und produziert dort Gasentladungs-, Sende- und Sichtröhren für           industrielle und militärische Zwecke. Ab 1945 werden Fahrzeuge und Motoren für die Rote Armee gefertigt. Das „Laboratorium, Konstruktions- und Versuchswerk Oberspree“ beschöftigt sich mit der Entwicklung und 1946 wird das Oberspreewerk (OSW) – Vorläufer des Werks für Fernsehelektronik – als „Sowjetische Aktiengesellschaft“ unter deutsch- sowjetischer Leitung gegründet. 1952 wird es mit der Produktion von Bildwiedergaberöhren und elektronischern Bauelementen für die Fernsehelektronik zum Volkseigenen Betrieb (VEB) Werk für Fernmeldewesen und 1960 zum VEB Werk für Fernsehelektronik. 1951 bis 1979 werden Schwarz-Weiß Bildröhren produziert. 1984 erfolgt die Produktion von Spezialröhren, 1993  kauft der Samsung-Konzern das Bildröhren- Werk für den symbolischen Betrag von einer Deutschen Mark. Für den           Erhalt des Industriestandorts und das Investieren in die Produktionsstätte erhält Samsung Fördergelder in Höhe von rund 30 Millionen Euro. 2005  wird die  deutsche Tochtergesellschaft Samsung SDI Germany GmbH geschlossen. Die Immobilie steht in großen Teilen leer. Man hofft auf Investoren und neue Nutzungen. 2010 kaufte die Comer Group das Objekt mit der romantischen Spreeterasse (siehe Fotogalerie unten).

LPG Schönfließ (siehe Fotogalerie unten)

Schönfließ ist ein Ortsteil der Gemeinde Mühlenbecker Land im Landkreis Oberhavel in Brandenburg. Bis zum Oktober 2003 war es eine selbstständige Gemeinde, die in einer Urkunde des 13. Jahrhundert erstmals namentlich genannt wurde. Die LPG Schönfließ entstand Anfang der 50er aus der Landwirtschaft der Familie von Veltheim, die enteignet wurde, sodass der Besitz mit Ende des 2. Weltkrieges an Neubauern aufgeteilt wurde. 1955 schloss sich die LPG dem Wilhelm-Pieck-Aufgebot an. Zu Ehren des 80. Geburtstages des Präsidenten Wilhelm Pieck beschlossen die 81 Mitglieder der LPG „IV Parteitag“ in Schönfließ, Kr. Oranienburg, konkrete Verpflichtungen zur Steigerung der tierischen und pflanzlichen Produktion. Die Baubrigade der LPG, die zum 10. Jahrestag der Bodenreform den Titel „Brigade der hervorragenden Leistungen“ verliehen bekam, will im Wilhelm-Pieck-Aufgebot bis zum 1.12.55 zusätzlich ein Futterhaus bauen. Vom 5. April 1955 bis zum Monat Oktober werden von der Baubrigade bereits drei neue Stallungen fertiggestellt. Bis 1960 werden ein Schweinekombinat, ein Rinderkombinat, Abferkelstallungen und ein Geflügelkombinat entstehen. Dieses große Bauvorhaben wird die Baubrigade gemeinsam mit freiwilligen Aufbauhelfern bewältigen. UBz: Der Arbeitsgruppenleiter für die Schweinezucht der LPG, Genossenschaftsbauer Gohlke besuchte den Kolchos „Lenin“ in Gorki, Sowjetunion. Er führte die dort kennengelernten Fütterungsmethode in seiner LPG ein. (Quelle Bundesarchiv aus dem Text der Vorsitzenden der LPG Musall) Das Gelände dient mit zahlreichen Blüten der Honigherstellung. mehr zu Schönfließ bei Wikipedia

Hospital Mount Gambier, Australien (siehe Fotogalerie unten)

Über dem tiefblauen Blue Lake zur einen, und der Stadt Mount Gambier zu anderen Seite, thront das alte Krankenhaus auf dem besten Aussichtspunkt. Ende der 90er wurde es geschlossen, die Familie Michaelian kaufte das Grundstück und wandelte es teilweise in Appartements um, bis die Bauarbeiten zum Erliegen kamen. Nur das ehemalige Schwesternwohnheim ist fertiggestellt und teilweise vermietet.

mehr Fotos

 

 

 

 

 

Über Manulia

Manulia ist ein künstlerisches Team, dass neben der Herstellung und Reparatur von Fahrrädern auch andere Alltagsgegenstände fertigt. Manulia nutzt Glas und Metall, Reste, Schrott oder Verpackungsmüll, saniert und verbaut diese unter anderem in einzigartigen Leuchten und Schmuck. Nach dem Mitwirken in der amerikanisch- chinesischen Produktion von “Gasp” und mehreren veröffentlichten Romanen, tourte 2011 ein Teil des Manulia-Fliesen-Kunstwerkes durch Europa und nach Südamerika. Nebenbei organisiert Manulia kleinere Open-Air-Events.
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2 Kommentare zu Ruinen und andere traurige Orte

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